Kunst

Ich arbeite mit Holz und Stein als Bildhauerin, ganz klassisch durch Abtragen von Material – nur mit Handwerkzeug. Das Material bietet mir Inspiration und Widerstand, lädt mich zu einem inneren Dialog ein. Ein langsamer, stetiger Prozess der Annäherung an eine Form und eine Oberfläche, die (mehr oder weniger sichtbare) Spuren der Bearbeitung zeigt. Das Bildhauen ist für mich Meditation und Schaffensprozess gleichzeitig. Ein In-Kontakt-Treten mit der Welt, eine tiefe spirituelle Erfahrung der Verbundenheit. Auf dem Weg über das Werkstück komme ich zu mir. Wenn ich bei mir bin, bildet sich die Form heraus, die mir und dem Material entspricht.


Beim Holzbildhauen greife ich oft Struktur und Maserung für die Formgebung auf. Besonderheiten des speziellen Werkstücks – Rinde, Risse, Astansätze – integriere ich zum Verstärken des Ausdrucks, versuche mit ihnen zu arbeiten, nicht gegen sie. Das Holz trocknet nach dem Fällen des Baumes nur sehr langsam und reagiert auch später noch lange auf jede Veränderung der Umgebungs-Feuchtigkeit. Es arbeitet während und nach dem Gestaltungsprozess weiter – und auch diese Veränderungen sind mir als „Werkspuren“ willkommen.


Beim Steinbildhauen ginge maschinell natürlich Vieles schneller. Das Werkzeug hat jedoch erheblichen Einfluss auf die Formgebung, so dass ich es vorziehe, nach wie vor mit Hammer und Meißel zu arbeiten. Stein gibt wenig vor, ähnlich einem weißen Papier, dreidimensional. Es fordert den eigenen Gestaltungswillen und das unbedingte Wollen: „Was ist es wert, in Stein gemeißelt zu werden?“ Im Bearbeitungsprozess, wenn im Flow das Eins-sein von Sein und Tun entsteht, übernimmt die innere Führung die Regie.

Die Natur-Skulpturen entstehen seit 2002 gemeinsam mit Soana Schüler, außer in Deutschland auch in Frankreich, Spanien, Luxemburg oder Dänemark. Dabei vertreten wir ein ganz puristisches Konzept von NaturKunst: rein und ausschließlich verwenden wir Naturmaterialien. Dabei ersetzen dann z.B. Rosendornen etwa Nägel oder Brombeerranken übernehmen die Arbeit von Schnur - die Natur bietet ein riesige Werkstatt, ein unendliches Atelier, das es gilt zu erkunden, zu entdecken und kreativ einzusetzen.